26.01.2013   Blank nach Blankensee

JE DORF? Was sollte das heißen - JE DORF?

Am 7.12.2012 hatten die fünf Abgesandten der Gemeinde Blankensee im Auswahlverfahren "Kunst fürs Dorf - Dörfer für Kunst" ihr Votum zu meinen Gunsten abgegeben.

Die Menschen, die da erschienen waren, hatten mir gefallen. Sie standen ziemlich entschieden - Ostwind erprobt - auf der Berliner Bühne, als sie von ihrem Dorf im Funkloch an der polnischen Grenze erzählten, dessen Briefe bis 45 mit Stettin 1 gestempelt wurden. Ich erinnere mich an das Hahnentrittstrickmuster auf dem Pullover von Marion Seiler und den Gartenzaun hohen Grenzpfahl, den sie mitgebracht hatten.

Am 1. April 2013 würde ich für ein halbes Jahr aufs Dorf umziehen. Für den 23. Januar war ein Erkundigungsbesuch geplant. Ich hatte aus dem Hause des Bürgermeisters eine Email erhalten, die den protokollarischen Ablauf des Tages beschrieb: Darin wurde mir ein polnisches Mittagessen in Aussicht gestellt mit anschließendem Dorfrundgang. Um 14.00 Uhr haben wir Sie den Bewohnern/innen in Pampow und um 15.00 Uhr in Blankensee angekündigt. Ich denke, je Dorf sollten wir eine Stunde Zeit einplanen.
Ich las die Sätze nochmals: Je Dorf, was sollte das heißen, je Dorf, wie viele gab es denn davon? Und wer oder was war Pampow?
O mój Boże! (Es galt keine Gelegenheit auszulassen, das neu erworbene Gut an polnischem Wortschatz übungshalber anzuwenden und sei es nur in Seufzern oder als Ausdruck des Entsetzens) - hatte ich Entscheidendes in dem Auswahlverfahren überhört? Mit größter Vorsicht las ich weiter:

Wenn nichts dazwischen kommt, könnten Sie dann zwischen 16.00 und 17.00 Uhr wieder nach Hause.

Das zumindest war ja dann beruhigend.

 


Antrittsbesuch in der Bauernstube in Pampow, Dorf Nr.II