14.08.2013   Powered by Emotion KunstKiosk

Tagesausstellung

Ein NDR-Team war im Dorf aufgetaucht. Sie hatten ihren Film im Kopf und brauchten dazu jetzt die Bilder. Ihr Vorhaben interessierte mich einen Scheissdreck - ich wollte nicht mitspielen, stellte mich tot. Dazu zog ich mich ins Bett zurück und stülpte mir die Decke über.

Leider hatte ich keine Ohropax zur Hand um die Illusion zu vervollständigen, mein Inneres per U-Bootfahrt nach Atlantis in Sicherheit zu bringen. Das Klingeln der Türglocke durchdrang den Schutzwall meiner Bettdecken. Sicherheitshalber hatte ich meinen Cocon um eine zweite Decke verstärkt. Einundzwanzig, zweiundzwanzig... Es klingelte abermals. Ich zählte weitere Sekunden. Bei vierundzwanzig angelangt, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich das Schrillen der Türglocke hörte, oder ob ich bereits unter einem Tinnitus litt.

Meine Nachbarin Anke ist eine zurückhaltende Frau, aber wenn sie Gefahr in Verzug sieht, handelt sie ohne Zeitverlust. Sie hämmerte mit Fäusten gegen die Wohnungstür, vermutlich aus Sorge um mich, da ich es immerhin geschafft hatte gute zehn Minuten ihrem Sturmklingeln ohne Reaktion standzuhalten. Ich flippte vollkommen aus, schleppte ich mich zur Tür, riss diese auf um sie mit vollem Schwung umgehend wieder zuzuschlagen. Dazu fluchte und schrie ich.

Dann war endlich Stille.
Das war schön.

Brav spielte ich dann doch irgendwie mit.
Piotr und Lydka waren die Protagonisten des inszenierten Dokumentarfilmes. Aus Stettin zugezogen, schufen sie sich gerade ein Heim in Freienstein. Wir trafen uns zum Dreh am KunstKiosk.

Die beiden stiegen ins KuKi -Team ein. Lydka buk fantastischen Kuchen.
Piotr malt. Er zeigte seine Bilder das erste Mal öffentlich während eines Tages am 14.8. am KunstKiosk.

Bei meiner Nachbarin Anke habe ich mich natürlich entschuldigt.


Präsentation der Werke von Piotr Blaszcyk am Kuki Piotr Blaszcyk Heini Rambow, Piotr und Lydka Blaszcyk