04.08.2013   KunstKiosk

Topfentascherl

Diesmal war ich echt schlau. Bei meinem letzten Einkauf bei Biedonka, der sympathischen portugiesischen Supermarktkette, die mit dem Marienkäfer im Logo Polen überzieht, hatte ich sämtliche Blätterteigrollen aus dem Kühlregal aufgekauft. Das Tiefkühlfach meines Kühlschrankes musste ich nach diesem Großeinkauf mit GaffaTape zukleben.

Und es schlug wieder die Stunde der Wahrheit, die zum rituellen Kuchenbacken im Auftrag der Pflege regionalen Brauchtums im Dienste des KunstKiosk aufrief. Wie gut, dass ich vor ungefähr dreißig Jahren in Österreich studiert hatte und meine Ernährung oft aus Mehlspeisen bestand, vorzugsweise den mit Topfen (dt. Quark), gefüllten Tascherln.

Eine wunderbare Gelegenheit sich jetzt einmal selbst daran zu versuchen.

Es machte mich etwas misstrauisch, dass mir der Schwierigkeitsgrad dieses Backvorhabens auch nach den ersten 15 Minuten noch leicht erschien und, soweit ich das überblickte, nix schief ging. Die fehlende Aprikosenmarmelade verzieh ich mir. Ersatzweise bestrich ich den Blätterteig mit Pfirsichkonfitüre, da ich den Pfirsich zumindest für einen weit entfernten Verwandten der Marille (österreichisch für Aprikosen) halte. und ihn damit zur Abrundung eines harmonischen Geschmackskanons für befähigt hielt.

Wie man mir tags darauf mitteilte, waren die letzten zwei Topfentascherln nicht etwa von Radtouristen, sondern vom Bürgermeister höchstpersönlich verzehrt worden.

Survival of the fittest!

Zutaten

  • Blätterteigplatten, Topfen, Zucker, Eier, Zitronensaft, Rosinen, Marillenmarmelade, Ei zum bestreichen

Zubereitung

Blätterteigplatten in Quadrate schneiden. Eiweiß steif schlagen, kalt stellen. Topfen mit Dotter und Zucker mit dem Mixer gut durchrühren, Eischnee und Rosinen unterheben. Quadrate mit Marillenmarmelade verstreichen. Auf jedes Quadrat ein Teelöffel Topfen-Füllung geben, alle Ecken zur Mitte zusammenschlagen und fest drücken. Mit verquirltem Ei bestreichen. Backzeit: Backen bei ca 200° ca. 13 - 20 min.


Topfentascherl Todesverachtung